Ein neuer Sportplatz für den FSV
Erzählt von Heinz Weiß
Unser erster Fußballplatz war der Obere Schulanger. Nach der Vereinsgründung mußte ein anderes Sportgelände gefunden werden, da die Maße des Angers in keiner Weise den Anforderungen für den Pflichtspielbetrieb genügten.

Erdbewegungen
Die Sportkameraden Fritz Sittauer, Georg Eckstein und Georg Weiß (von links) beim Einebnen des neuen Sportplatzes
Einige Zeit war die Sandfläche an der Hauptstraße zwischen der Schreinerei Gömmel und dem Tobiaswäldchen im Gespräch. Diese Fläche hielten wir für ideal, da sie groß genug war und mit wenig Arbeitsaufwand auch zu einem ebenen Sportplatz hätte umgestaltet werden können. Warum daraus nichts wurde, weiß ich nicht.

Blick vom Waldrand am heutigen Hirtenweg Richtung Nord (-westen) zur Hauptstraße und einem Wirtschaftsgebäude von Steinbruch-Fink
Ich erinnere mich auch an Trainingsspiele und auch Spiele gegen andere Vereine auf dem Röthenbacher Anger. Dort war ein richtiger Fußballplatz mit Toren aus viereckigen Balken und nicht wie auf unserem aus rohen, runden Fichtenstämmen. Aber dieser Platz war eben nicht in Weißenbrunn.

Szene aus einem Heimspiel gegen Wendelstein
Und dann kam 1951 die Entscheidung für den oberen Sportplatz in der Gegend des heutigen Hirtenweges. Er bestand aus zwei verschiedenen Flächen. Der obere Teil war eine Wiese, die dem Gastwirt Fink gehörte. Sie grenzte am östlichen Rand an einen Acker, am nördlichen an den Garten und einige Wirtschaftsgebäude vom Steinbruch Fink und am südlichen Rand an den Rand des Waldes, der sich den Hügel zum „Hundserer“ hinaufzieht. Der westliche Teil, nach meiner Einschätzung etwa ein Drittel des benötigten Geländes, gehörte zum Vierlingsanger. Das ganze Gelände hatte von Ost nach West ein ziemlich starkes Gefälle. Und der Teil des Vierlingsangers war hügelig und erforderte viele Erdarbeiten. (Protokoll vom 12.6.51: Für jeden abgefahrenen Rollwagen bekommen die Arbeiter 1 DM) Es musste soviel Erde bewegt werden, dass am südlichen Sportplatzrand ein Geländeabbruch von teilweise mehr als 1m Höhe entstanden war. Vor dem Unteren Tor war der Platz nach meiner Erinnerung auch immer etwas sandig, aber am Spielfeldrand zum Dorf hin war es feucht.

Szene aus einem Heimspiel gegen Wendelstein
Die genau geforderten Maße hatte dieser Platz nicht. Er war nicht breit genug und so hatten wir immer Schwierigkeiten uns bei Auswärtsspielen auf großen Plätzen auf die richtige Platzbreite einzustellen. Aber das abfallende Gelände hat uns bei manchen Heimspielen Vorteile gebracht. Viele Gegner haben sich bei Platzwahl zuerst für die untere Seite entschieden, weil sie hofften es in der zweiten Spielhälfte abwärts leichter zu haben. Aber das Gefälle war so stark, dass man es genau kennen musste, um beim Spiel auf das untere Tor nicht ständig zu hoch zu schießen. Und unsere Hauptstärke war viel Kondition, so dass wir nicht müde waren, wenn es in der 2. Halbzeit für uns bergauf ging.
Szene aus einem Heimspiel gegen Wendelstein
FUSSBALLSPORTVEREIN WEISSENBRUNN 1949 e.V.